Welche 3 Ebenen von Skills werden in Zukunft wichtig?

Beginnen wir mit meiner Skill-Pyramide. Für mich gibt es drei Ebenen von Skills, die in Zukunft wichtig werden. Zum einen die Hard Skills. Das ist die unterste Ebene der Pyramide. Dazu zähle ich Fertigkeiten wie Programmiersprachen, aber auch Fremdsprachen. Themen wie UX-Design und Data Analytics. Genauso wie die Erstellung von AR und VR Inhalten und natürlich der Umgang und die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz.

Erste Ebene der Skill-Pyramide sind die Hard Skills

Diese „harten Skills“ werden wir auch in den nächsten Jahren vor allem in Universitäten und Hochschulen erlernen. Aber auch zum Teil in Online-Kursen.

Hast du mitbekommen, dass Google im Juli 2020 drei Kurse auf der Plattform Coursera gelauncht hat? Zu den Themen UX-Design, Data Analytics und Project Management. Das allein ist noch keine Nachricht wert, was aber spannend war, war ein anschließender Tweet von Google’s Senior Vice President of Corporate Affairs:

„[…] in our own hiring, we will now treat these new career certificates as the equivalent of a four-year degree for related roles.”

Sie betrachten also diese jeweils knapp sechsmonatigen Kurse für 300 Dollar als gleichwertig zu einem vierjährigen und deutlich teureren College-Abschluss. Das ist spannend!

Die Unternehmen beginnen jetzt also schon selbst diese Hard Skills zu lehren, weil ihnen die Universitäten zu langsam sind. Ich finde es gut, wenn die staatlichen Hochschulen dadurch etwas unter Druck gesetzt werden und sich schneller auf die neuen Jobanforderungen einstellen müssen.

Methoden & Tools

Die zweite Ebene dieser Pyramide sind für mich Methoden & Tools. Darunter verstehe ich vor allem agile Methoden, wie Design Thinking, Business Model Generation, Scrum oder Kanban.

Zweite Ebene der Skill-Pyramide sind die Methoden und Tools

Den Begriff VUCA kennst du sicherlich schon, oder? Dieses Akronym steht im Englischen für Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity.

Auf Deutsch also: Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit. Und auch wenn diese vier Buchstaben in den letzten Jahren inflationär gebraucht werden, beschreiben sie meiner Meinung nach doch ziemlich gut unsere aktuelle Situation.

Dabei sind die Begriffe schon knapp 20 Jahre alt. Zu Beginn der 90er Jahre wurden sie vom amerikanischen Militär geprägt. Für diese stellte sich die Situation nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges als eine VUCA-Situation dar. Vorher war es relativ einfach: Es gab Gut und Böse – Amerika und die Sowjetunion. Ab 1991 gab es aus amerikanischer Sicht aber auf einmal eine mehrdeutige Situation mit Bedrohungen aus verschiedenen Richtungen.

VUCA wurde im Anschluss nur selten verwendet und erlebt vor allem in den letzten fünf bis zehn Jahren ein Revival.

Genau da setzen die agilen Methoden an. In einer komplexen, sich schnell verändernden Welt mit vielen Unsicherheiten braucht es neue Methoden. Agile Methoden!

So hilft Design Thinking wirklich auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen und diese durch Befragung, Beobachtung und Selbsterfahrung herauszufinden. Die Unternehmen können es sich heute nicht mehr leisten über mehrere Jahre irgendwelche Produkte zu entwickeln, von denen sie selbst glauben, dass der Kunde sie braucht. Die Devise lautet:

„Get out ouf the building and speak to your customer!“

Genauso helfen später Methoden wie Scrum oder Kanban dabei, die Entwicklung zu beschleunigen. Heute gibt es in jedem Bereich Start-ups, die gestern noch niemand kannte und die morgen schon die Weltherrschaft anstreben. Um hier den Anschluss nicht zu verpassen, nutzen etablierte Unternehmen diese Start-up-Methoden.

Eines möchte ich aber an dieser Stelle noch festhalten: Nicht alles muss in Zukunft agil gelöst werden! Es wird auch weiterhin Projekte geben, bei denen klassische Projektmanagement-Methoden deutlich besser funktionieren. Aber auch diese fallen für mich unter die zweite Ebene meiner Pyramide „Methoden & Tools“.

Und genau diese Kompetenzen werden wir vor allem „on the job“ erlernen. Ja, es gibt auch Design Thinking Kurse in den Universitäten und das ist auch ein gutes Fundament, aber die Praxis in großen Unternehmen sieht dann häufig doch etwas anders aus. So ist es wichtig, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter regelmäßig in diesen Methoden und Tools weiterbilden.

Future Work Skills

Kommen wir jetzt zur dritten Ebene der Pyramide. Die Spitze der Pyramide sind für mich die Skills, die in der Arbeitswelt der Zukunft am wichtigsten sein werden. Die Soft-Skills oder, wie ich sie nenne, die „Future Work Skills“. Diese „weichen Kompetenzen“ werden uns als Menschen in Zukunft maßgeblich von Algorithmen und Maschinen unterscheiden. Wenn wir einen wirklichen Mehrwert liefern wollen, können wir das nur noch, indem wir diese Future Work Skills möglichst gut trainieren.

Dritte Ebene der Skill-Pyramide sind die Future Work Skills

Genauso wie die Industrialisierung viele einfache Arbeiten am Band übernommen hat, werden in Zukunft immer mehr Aufgaben durch Roboter ausgeführt. Aber nicht nur die gering Qualifizierten sind hiervon betroffen. Auch Mediziner, Juristen und Notare bekommen Konkurrenz. Viele führen tagtäglich repetitive Aufgaben druch. Ja klar, dadurch sind sie auch gut in ihrem Fachgebiet und sozusagen „Hard Skill Experten“, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis viele dieser Fähigkeiten auch von Künstlichen Intelligenzen ausgeführt werden können.

Schon heute erkennt der IBM-Supercomputer Watson deutlich besser Krebszellen auf Röntgenbilder, als es erfahrene Ärzte tun. Und genau das ist der Grund, warum wir uns auf die „Future Work Skills“ fokussieren sollten. Wenn wir in den nächsten Jahren als Menschen relevant für den Arbeitsmarkt bleiben möchten, müssen wir uns abgrenzen von den Maschinen und Algorithmen. Wir müssen uns überlegen: „Was ist der Mehrwert, den ich wirklich liefern kann? Was kann eine Maschine nicht einfach kopieren?“.

Zu diesen beiden Fragen gibt es zahlreiche Studien. Von der OECD über das Weltwirtschaftsforum bis McKinsey analysieren viele Organisationen, welche Skills in Zukunft am wichtigsten sein werden. Diese Analysen habe ich mit zahlreichen Interviews kombiniert und meine eigene Praxiserfahrung der letzten Jahre in vielen Dax-Konzernen aber auch Start-ups eingebracht.

Herausgekommen sind 9 Future Work Skills, die meiner Meinung nach die wichtigsten Soft Skills der Zukunft sein werden. Welche sind das? Wie kannst du sie lernen? Dazu folgt in Kürze ein Blogartikel….


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