Antibibliothek

Hand aufs Herz!
Wie viele Bücher waren auf deiner „Reading List“ für dieses Jahr?

Und wie viele davon hast du wirklich gelesen?
Vermutlich zu wenige!

Wie viele hast du gleichzeitig neu gekauft?
Vermutlich zu viele!

Das hier ist der Stapel auf meinem Nachttisch. Ein paar davon habe ich schon gelesen, einige werde ich noch lesen und zwei bis drei werde ich vermutlich niemals lesen. Und das ist auch gut so!

Die letzten Jahre hatte ich immer das Gefühl, dass ich jedes Buch von vorne bis hinten lesen muss, um nichts zu verpassen.

Vor einiger Zeit habe ich das Konzept de „Antibibliothek“ kennengelernt. Der bekannte Autor Nassim Nicholas Taleb beschreibt in seinem Buch „Der schwarze Schwan“ die Bibliothek von Umberto Eco, dessen persönliche Bibliothek angeblich 30.000 Bücher umfasst.

Dieser rechnete seinen Besuchern gerne vor, dass er im Laufe seines Lebens maximal 25.200 Bücher lesen könnten – vorausgesetzt er würde jeden Tag ein Buch lesen!

Es werden also immer Bücher bleiben, die er nicht gelesen hat und das nennt Taleb die „Antibibliothek“.
Diese sei mindestens genauso wichtig wie die Bücher, die er gelesen hat, weil sie ihm vor Augen führt, wie wenig er weiß.

Vor einigen Jahren hatte ich auch den Anspruch alle wichtigen Bücher zu einem Thema zu lesen, habe aber irgendwann gemerkt, dass während der Lektüre schon wieder neue Bücher zu diesem Thema hinzugekommen sind.
Ganz abgesehen von Podcastfolgen, YouTube-Videos und Zeitschriftenartikeln…..

Es ist also keine Schande mehr Bücher zu kaufen, als wir wirklich lesen werden.

Das sehen auch die Japaner so, die dafür einen eigenen Begriff entwickelt haben: „Tsundoku“.
Das beschreibt die gekauften, aber noch ungelesen Bücher, die sich zu Hause stapeln.

Bücher prägen uns auch häufig, ohne dass wir sie lesen. Es gibt zum Beispiel eine Studie darüber, dass Kinder aus Haushalten mit 80 bis 350 Büchern deutlich stärkere Skills bei der Textverarbeitung, beim Rechnen und in der Kommunikation hatten als Kinder aus Haushalten mit weniger Büchern.

Ich finde es ein sehr angenehmes Gefühl zu wissen, dass ich die Bücher zur Hand habe, wenn ich mal etwas nachschlagen möchte, ohne sie komplett lesen zu müssen.

So sollten wir meiner Meinung nach an sämtliche Medien herangehen. Wenn wir uns zunächst eine konkrete Fragestellung überlegen und dann gezielt die Bücher, Podcasts, Videos etc. heraussuchen, die uns bei der Beantwortung helfen, fühlen wir uns weniger überwältigt von der Masse an Informationen und verarbeiten sie gleichzeitig besser, weil sie der Beantwortung einer konkreten Frage dient.

Wie groß ist deine Antibibliothek? Und ist eines meiner Bücher vielleicht ein Teil davon? =)

Ich wünsche dir eine tolle Zeit, in der du mehr Bücher kaufst, als du lesen kannst und stolz darauf bist!

Dein Dennis

Warum es so sinnvoll ist über das vergangenen Halbjahr zu reflektieren und wieso dir das hilft für das nächste Halbjahr zu planen, erfährst du in diesem Artikel.

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