Aktives Zuhören

Kennst du auch die folgende Situation? Jemand war kürzlich an einem Urlaubsort, an dem du auch schon warst. Nehmen wir als Beispiel Mallorca.

Die Person erzählt dir gerade von ihren Erlebnissen, aber du bist gedanklich wieder in deinem eigenen Urlaub. Der andere holt kurz Luft, also du die Gelegenheit nutzt und von deiner Reise berichtest: „Ach, ich fand es auch wunderschön. Wir hatten ja ein Ferienhaus in Santanyì. Direkt mit Meerblick. Super schön!
Wart ihr auch in der Cala Mondragó baden? Nein? Wirklich nicht? Oh, da habt ihr was verpasst!“

Das ist unsere gewohnte Art des Zuhörens. Wir denken mehr darüber nach, was wir Intelligentes auf die Erzählungen der anderen Person antworten könnten, als uns wirklich empathisch in sie hinein zu versetzen.

Es gibt also zwei Arten des Zuhörens

1) Evaluatives, interpretierendes Zuhören
Diese Art des Zuhörens ist am häufigsten verbreitet. Wir bewerten sofort die Aussagen unseres Gegenübers: „Mallorca? Da warst du bestimmt am Ballermann, so wie ich dich einschätze…“.
Wir denken weniger darüber nach, welche Frage wir als nächstes stellen sollten, sondern eher was wir als nächstes erzählen können.

2) Aktives Zuhören
Beim aktiven Zuhören, lauschen wir der anderen Person mit wirklicher empathischer Neugierde. Wir stellen interessierte Fragen und wollen möglichst viel über die Erzählungen und über die Meinung des Anderen erfahren. Dabei sind wir durchaus bereit, unsere Meinung zu ändern, wenn unser Gegenüber uns mit guten Argumenten und Geschichten überzeugt.

Dieses aktive Zuhören geht auf den amerikanischen Psychologen und Psychotherapeuten Carl Rogers zurück. 
Ich bin der Meinung: In einer Zeit, in der jeder nur noch im Sendemodus ist, braucht es wieder mehr aktives Zuhören. 

Um einen unserer wichtigsten Future Work Skills – die Empathie zu stärken, können wir genau diese Form des Zuhörens als Werkzeug verwenden. 

Probiere es doch mal selbst aus. 
Frage jemand nach seinem Urlaub und wählte bewusst die erste Art des Zuhörens. Falle der anderen Person ins Wort, erzähle deine eigenen Geschichten und stelle bewertende Rückfragen.

Anschließend fragst du eine andere Person nach ihrem letzten Urlaub und hörst aufmerksam und aktiv zu. Du stellst vertiefende Rückfragen und hältst dich mit deiner eigenen Meinung zurück. Du gönnst der anderen Person Pausen und hältst Blickkontakt. Du wiederholst manche interessanten Aussagen und achtest auf deine eigenen Gefühle während des Zuhörens.

Glaube mir, das Gespräch wird eine ganz andere Richtung nehmen als das Erste!

Für Google gibt es übrigens zwei wichtige Faktoren, die das perfekte Team auszeichnen:
1) Gleiche Redezeiten für alle
2) Aktives und interessiertes Zuhören

Wenn du mehr darüber erfahren willst, schaue dir gerne das kurze Video an.

Ich wünsche dir eine tolle Woche, gute Gespräch und vor allem aktives Zuhören!

Viele Grüße
Dennis

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